生き甲斐 · IKIGAI

So funktioniert der Ikigai-Test

Der Ikigai-Test von Grow on Sundays misst nicht, wie klar du dir über dein Ikigai bist, sondern was in den vier Bereichen steht. Dafür beschreibt er Menschen, Berufe und Themen auf denselben Achsen – so lassen sich Überschneidungen berechnen statt nur erahnen. Auf dieser Seite erklären wir das Modell, die Auswertung und die Grenzen des Tests.

Die vier Ikigai-Bereiche

Ikigai (生き甲斐) ist ein japanischer Begriff und bedeutet sinngemäß „das, wofür es sich zu leben lohnt“. Das bekannte Bild mit vier sich überschneidenden Kreisen ist eine moderne, westliche Darstellung dieser Idee. Der Test nutzt es als Rahmen:

  • Was du liebst – Interessen, Themen, Arbeitsgegenstände
  • Worin du gut bist – Stärken und die Art, wie du am besten arbeitest
  • Wofür du bezahlt werden kannst – dein beruflicher Antrieb und passende Berufsbilder
  • Was die Welt braucht – Wirkungsfelder, Wirkungsart und Reichweite

Das Profilmodell: sechs Schichten

Hinter dem Test steht ein Modell aus sechs Schichten mit insgesamt 41 Achsen. Die ersten Schichten beruhen auf etablierten Modellen der Berufs- und Motivationspsychologie.

1. Interessen-Typ (nach John L. Holland, RIASEC)

Hollands Modell der Berufsinteressen ist eines der am besten erforschten Modelle der Berufsberatung und wird unter anderem in der US-Berufsdatenbank O*NET verwendet. Wir nutzen sechs Typen: Macher (Realistic), Forscher (Investigative), Gestalter (Artistic), Begleiter (Social), Unternehmer (Enterprising) und Organisator (Conventional). Ein Profil ergibt sich aus der Kombination der stärksten Typen, zum Beispiel „Begleiter · Unternehmer · Gestalter“. Alle Typen im Überblick →

2. Arbeitsgegenstand (nach Dale Prediger)

Prediger hat gezeigt, dass sich Hollands Typen auf zwei Grunddimensionen zurückführen lassen: ob jemand lieber mit Menschen oder Dingen und lieber mit Daten oder Ideen arbeitet. Diese vier Arbeitsgegenstände sind eigene Achsen im Test.

3. Arbeitsstil

Sechs zweipolige Achsen beschreiben, wie jemand arbeitet: Energie (nach innen ↔ nach außen), Sozialform (solo ↔ im Team), Struktur (planbar ↔ offen), Tempo (Tiefe ↔ Abwechslung), Umfeld (Kopf und drinnen ↔ Körper und draußen) und Rolle (Umsetzer ↔ Impulsgeber). Der Arbeitsstil wird über alle Fragen hinweg gemessen, weil er für die ganze Person gilt.

4. Antrieb (angelehnt an Edgar Scheins Karriereanker)

Zwei Menschen mit gleichen Interessen können völlig unterschiedliche Berufe brauchen – je nachdem, was sie antreibt. Die acht Antriebe: Sicherheit, Autonomie, Expertise, Führung, Aufbauen, Sinn, Herausforderung und Lebensbalance.

5. Wirkungsfeld

Acht Felder, in denen jemand etwas bewegen möchte – gebündelt in Anlehnung an die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen: Gesundheit und Bewegung, Bildung, Umwelt und Natur, Technik und Digitales, Gemeinschaft und Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeit, Kultur und Kreativität sowie Sicherheit und Infrastruktur.

6. Wirkungsart und Reichweite

Auf welche Weise jemand wirken möchte – heilen, lehren, bauen, erfinden, schützen, verbinden, ermöglichen oder inspirieren – und ob eher bei einzelnen Menschen oder für die ganze Gesellschaft.

Die Fragen

Der Test besteht aus 34 Fragen. Statt abstrakter Selbsteinschätzungen („Wie kreativ bist du?“) fragt er vor allem nach Verhalten und Vorlieben („Wofür fragen dich andere um Hilfe?“, „Als Kind konntest du dich stundenlang verlieren in …“). Viele Fragen sind Entweder-oder-Paare; das verhindert, dass man überall „trifft zu“ ankreuzt. Jede Antwortoption vergibt Punkte auf eine oder mehrere Achsen. Vier kurze Zusatzfragen erfassen separat, wie klar du dir in jedem Bereich bereits bist.

Die Auswertung

Für jeden Ikigai-Bereich werden die Punkte je Achse addiert und durch das Maximum geteilt, das die Fragen auf dieser Achse vergeben können. So entsteht ein Profil mit Werten von 0 bis 100 % (bei zweipoligen Achsen von einem Pol zum anderen). Achsen, die nur von wenigen Fragen erfasst werden, kennzeichnet das Ergebnis als Tendenz.

Die Vorschläge – Interessen, Stärken, Berufsbilder, Wirkungsfelder und Bücher – sind auf denselben Achsen beschrieben. Der Test berechnet, wie viel von dem, was ein Berufsbild oder Thema „verlangt“, dein Profil mitbringt. Berufsbilder werden dabei gegen mehrere Bereiche zugleich abgeglichen (was du liebst, worin du gut bist, was dich antreibt). Im Abschnitt „Im Zentrum“ zeigt das Ergebnis Richtungen, die zu allen vier Bereichen passen.

Datenschutz als Teil der Methode

Die gesamte Auswertung läuft in deinem Browser – ohne KI, ohne Server-Auswertung und ohne Anmeldung. Deine Antworten werden nicht übertragen und nicht gespeichert. Das ist eine bewusste Entscheidung: Wer ehrlich antworten soll, muss sicher sein, dass niemand mitliest.

Grenzen des Tests

  • Der Test ist ein Impuls zur Selbstreflexion, kein psychologisches Diagnoseverfahren. Die zugrunde liegenden Modelle sind wissenschaftlich erforscht; unser Fragebogen selbst ist nicht psychometrisch validiert.
  • Die Vorschläge sind Denkanstöße, keine Festlegung. Sie zeigen Richtungen, die zu deinem Profil passen – nicht, was du tun „musst“.
  • Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme. Interessen und Antriebe verändern sich im Leben; es lohnt sich, den Test nach einiger Zeit zu wiederholen.

Quellen und Hintergrund

  • Holland, J. L. (1997). Making Vocational Choices: A Theory of Vocational Personalities and Work Environments (3. Aufl.). Psychological Assessment Resources.
  • Prediger, D. J. (1982). Dimensions underlying Holland's hexagon: Missing link between interests and occupations? Journal of Vocational Behavior, 21(3), 259–287.
  • Schein, E. H. (1990). Career Anchors: Discovering Your Real Values. Pfeiffer.
  • O*NET OnLine – Interessenprofile von Berufen nach dem RIASEC-Modell: onetonline.org
  • Vereinte Nationen: Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs): sdgs.un.org/goals

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